Globale Jugend.Kultur

Kreativität und Innovativität sozialer Systeme

Liebe, Musik & andere Sachen

Stadthafen Rostock_Thomas Lübcke


Rostock Night Fever – Musiksoziologie der Jugendszenen

»Rostock Night Fever« ist der Titel eines interdisziplinäres Projektes der Hochschule für Musik und Theater (HMT) und der Universität Rostock (Institut für Soziologie und Demographie), das bisher im Rahmen dreier Lehrveranstaltungen von Herbst 2006 bis Frühjahr 2008 durchgeführt wurde. Im Zentrum dieses Projektes, das fachübergreifend soziologisch und musikwissenschaftlich angelegt ist, steht die empirische Befragung der Besucher von ausgewählten Clubs und Diskotheken in der Rostocker Szene.

Musik ist das wichtigste Medium für die Identitätskonstruktionen von Jugendlichen. Die Teilnahme an der Club- und Diskothekenkultur bedeutet einen weit verbreiteten Übergangsritus von der Jugendphase ins Erwachsenenalter. Empirische Analysen der Publika von Clubs und Diskotheken sind nach wie vor selten (vgl. Thornton, Otte, Hitzler & Co.). In der Jugendsoziologie ist seit den 1980er Jahren die Vorstellung der Existenz individualisierter Jugendkulturen verbreitet, die frei wählbar sind und sich nach gemeinsam geteilten alltagsästhetischen Kriterien konstituieren. Dieses Verständnis steht der traditionellen Vorstellung schicht- und klassenspezifisch sozialisierter Jugendkulturen gegenüber.

Auf Grundlage sozial- und kulturwissenschaftlicher Konzepte wurde bisher von den Projektteilnehmern vor Ort empirisch untersucht, an welcher Stelle dieses Kontinuums Jugendkulturen heute zu verorten sind: 1. Nach welchen Kriterien sind die Publika innerhalb dieser Szene strukturiert? 2. Welche Arten der Auseinandersetzung mit Musik suchen die Jugendlichen dort? Und: 3. Welches Verhältnis zur Hochkultur haben die Clubbesucher? Ergänzend zu einer (halb)standardisierten, schriftlichen Befragung von Clubbesuchern bzw. Anhängern verschiedener Musikstile wurden teilnehmende Beobachtungen, Experteninterviews mit Clubbetreibern sowie Inhaltsanalysen von Szenemedien (Zeitschriften, Plakate, Flyer) herangezogen.

Das Projekt soll im Sommer 2014 weitergeführt werden.

Bisherige Projektteilnehmer:

Globale Jugend.Kultur

Das Promotionsprojekt widmet sich einem noch recht jungen, in den vergangenen Jahren jedoch schnell wachsenden Forschungsfeld: der globalen Jugendforschung.

Zur Beginn des 21. Jahrhunderts müssen Jugend und Jugendkulturen weltweit vor dem Hintergrund globaler Prozesse gesehen werden. Globalisierung prägt einerseits juvenile Lebenswelten, andererseits wirken Jugendkulturen als kulturelle Produktivkraft beschleunigend auf den Globalisierungsprozess.

Mit Blick auf den hier angedeuteten dialektischen Prozess von Jugend und Globalisierung lassen sich drei grundlegende Fragen formulieren: 1. Wie formen sich unter dem Prozess der Globalisierung die konstitutiven Elemente von Jugend und Jugendkulturen? 2. Welchen Einfluss nehmen Jugendliche in ihrem alltäglichen Handeln auf den Globalisierungsprozess? 3. Führt die Globalisierung in der Tendenz zu einer Vereinheitlichung jugendlicher Lebensformen, oder bleiben weiterhin regionale Besonderheiten bestehen und brechen damit mögliche Entgrenzungstendenzen?


Motivstrukturen von jugendlichen Globalisierungskritikern

»Motivstrukturen von jugendlichen Globalisierungskritikern« ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziertes und gefördertes Forschungsprojekt des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock durchgeführt.

Ziel des Projektes war die quantitativ-statistische Erfassung der Motivstrukturen von jugendlichen Globalisierungskritikern. Damit wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass bisher kaum empirische Ergebnisse zu dieser Thematik vorlagen. Dazu wurden Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren befragt, die an globalisierungskritischen Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm bei Rostock im Juni 2007 teilnahmen. Mittels clusteranalytischer Auswertungsverfahren wurde eine Typologie der Motivstrukturen der jugendlichen Demonstranten erstellt.

Projektteilnehmer: